Faksimile Editionen

Vom Original zur originalgetreuen Faksimile-Edition: Die herstellerische Herausforderung

 

Mit der Faksimile-Edition des ­Passauer ­Evangelistars tritt ein Hauptwerk der deutschen Romanik ans Licht, das den Betrachter durch seine reiche Bilderwelt begeistert. Von Anfang an arbeiten Spezialisten der Bildbearbeitung, des Drucks und Kunsthandwerker mit größter Sorgfalt zusammen, um die höchste Originaltreue zu erreichen.

 

Originalgetreue Wiedergabe von Gold und Silber

Das Passauer Evangelistar wird in den Räumen der Bayerischen Staatsbibliothek photographiert. Danach ist der Faksimile-Lithograph gefordert für die Erstellung der Gold- und Silberauszüge. Mit den angedruckten Bögen reist er nach München, um diese Seite für Seite mit dem Original zu vergleichen. Dabei prüft er die Übereinstimmung der Farben und achtet besonders auf die originalgetreue Wiedergabe von Gold, Silber und der Patina. Diese müssen in eigenen Druckdurchgängen mit einem speziellen Verfahren aufgebracht werden. Eine besondere Herausforderung sind dabei die verschiedenen Nuancen des Silbers, die von sehr glänzend erhalten bis zu dunkel oxydiert reichen. Nach erfolgten Farbkorrekturen und weiteren Originalvergleichen wird der Druck unter ständiger Qualitätskontrolle ausgeführt.

 

Gold und Silber zum Leben erwecken

Der Eindruck größter Authentizität wird durch das von Hand bearbeitete Spezialpapier noch unterstrichen. In Haptik und Klang ist es dem Pergament des Originals am nächsten. Der Reichtum an Gold und Silber kommt sehr gut zur Geltung, wenn das Licht beim Blättern alle glänzenden Partien zum Leben erweckt. Erst im Faksimile wird Buchmalerei wirklich lebendig und erfahrbar.

 

Prächtig gemustertes Gewebe aus dem 12. Jahrhundert

Wie Handschriften während Jahrhunderten von Hand gebunden wurden, arbeitet auch heute der Faksimile-Buchbinder weitestgehend von Hand: Er falzt die Druckbögen und heftet die zu Lagen zusammengetragenen Bögen zum Buchblock. Das Kapitalband am Kopf des Buches wird von Hand umstochen. Von Hand hängt er den Buchblock in die Einbanddecke, die er zuvor mit dem extra für die Faksimile-Edition nachgewebten Stoff überzogen hat.

Wie bei vielen mittelalterlichen Handschriften ist der ursprüngliche Originaleinband nicht erhalten: der heutige Einband des Passauer Evangelistars stammt aus späterer Zeit und entspricht nicht dem romanischen Charakter der Handschrift. Für eine Reproduktion kommt er deshalb nicht in Frage. Oftmals wurden in dieser Zeit kostbare Stoffe für Einbände verwendet, die sich aber kaum erhalten haben. Nach aufwendigen Recherchen gemeinsam mit Schweizer Spezialisten für historische Textilien hat der Quaternio Verlag Luzern deshalb einen Stoff ausgewählt, der ursprünglich für ein liturgisches Gewand hergestellt worden war.

Dieser Stoff wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts vermutlich im Regensburger Raum nach einer italienischen Vorlage gewebt und wird heute im Diözesanmuseum Passau aufbewahrt. Das Muster mit Löwen- und Pfauenpaaren in Rautenfeldern belegt das hohe Niveau der Textilkunst in romanischer Zeit in Deutschland. Der Stoff wird exklusiv für den Faksimileband originalgetreu nachgewebt. Zuvor erstellen Fachleute in akribischer Feinarbeit eine Webvorlage, mittels derer eine Spezialweberei mit einer hochentwickelten Technik dieses mittelalterliche Gewebe originalgetreu nachempfinden kann.

 


Zur Bestellung der Dokumentationsmappe

Erkundigen Sie sich nach Ihrem Vorauszahlungsvorteil bis 31. Dezember 2016.

Wollen Sie mehr wissen, oder haben Sie Anregungen?
Wir freuen uns über jeden Kontakt.

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail